Studium finanzieren: Die besten Tipps für BAföG, Stipendium & Nebenjob
Wie du dein Studium bezahlst – ohne in Panik zu verfallen
Erinnerst du dich noch an den Moment, als dein Zulassungsbescheid kam? Diese Mischung aus Freude und... nun ja, blanker Panik? Denn neben der Vorfreude aufs Studium kommt meist direkt die nächste Frage: Wie soll ich das eigentlich finanzieren?
Miete, Einkauf, Bücher, Freizeit – schnell ist man bei 800 bis 1.000 Euro im Monat. Die gute Nachricht: Es gibt deutlich mehr Lösungen, als du denkst. Von staatlicher Unterstützung über Stipendien bis hin zu cleveren Nebenjobs – wenn du die richtigen Wege kennst und geschickt kombinierst, kannst du entspannt studieren.
BAföG: Die wichtigste staatliche Unterstützung
Für viele Studierende ist das BAföG die wichtigste finanzielle Stütze. Der Staat will damit sicherstellen, dass niemand sein Studium an den Nagel hängen muss, nur weil das Geld knapp ist.
Wer bekommt BAföG?
BAföG ist für alle da, deren Eltern nicht genug verdienen, um das Studium komplett zu finanzieren. Das Amt schaut sich an, wie viel deine Eltern verdienen, ob du selbst etwas auf der hohen Kante hast und wie viel du nebenher verdienst.
Viele denken: „Meine Eltern verdienen doch ganz okay, da lohnt sich der Antrag eh nicht." Stimmt oft nicht! Schon ein mittleres Einkommen kann reichen, um zumindest eine Teilförderung zu bekommen.
Wie viel Geld gibt's?
Seit 2022 liegt der Höchstsatz bei etwa 934 Euro monatlich, wenn du nicht mehr zu Hause wohnst. Das Schöne daran: Die Hälfte ist ein Zuschuss, den du nie zurückzahlen musst. Die andere Hälfte ist ein zinsloses Darlehen. Du musst maximal 10.000 Euro zurückzahlen, egal wie viel du insgesamt bekommen hast. Die Rückzahlung beginnt erst fünf Jahre nach dem Studienende.
So beantragst du BAföG erfolgreich
Der BAföG-Antrag ist nicht gerade ein Vergnügen – Formulare, Nachweise, Kontoauszüge. Aber lass dich davon nicht abschrecken:
Fang früh an! Die Bearbeitung kann zwei bis drei Monate dauern.
Nutze BAföG Digital – die offizielle Online-Plattform spart dir Papierkram.
Im Zweifel: Einfach machen! Viele bekommen mehr, als sie erwartet haben.
Stipendien: Nicht nur für Einserschüler
Wenn du „Stipendium" hörst, denkst du vielleicht an Überflieger mit 1,0-Abi. Aber die Wahrheit ist: Es gibt so viele verschiedene Stipendien, dass wirklich für fast jeden etwas dabei ist.
Welche Stipendien gibt es?
Begabtenförderung: Studienstiftung des deutschen Volkes, Friedrich-Ebert-Stiftung etc.
Private Stiftungen: Firmen fördern oft in Bereichen wie Ingenieurwesen, IT oder BWL
Fachspezifische Stipendien: Für Lehramt, Journalismus, Medizin, Soziale Arbeit...
Das größte Missverständnis
Viele Stiftungen schauen gar nicht nur auf Noten. Soziales Engagement, besondere Lebenswege oder authentische Motivation können genauso wichtig sein. Ein Kumpel von mir hatte ein 2,4-Abi und hat trotzdem ein Stipendium bekommen – weil er in seinem Motivationsschreiben ehrlich erzählt hat, warum ihn sein Fach begeistert.
Bewerbungstipps:
Schreib ein persönliches Motivationsschreiben – erzähl deine Geschichte
Hol dir Empfehlungsschreiben von Dozenten, die dich wirklich kennen
Sei im Auswahlgespräch authentisch
Wer sich nicht bewirbt, hat schon verloren!
Nebenjobs im Studium
Für die meisten gehört der Nebenjob einfach dazu. Aber er sollte nicht dein ganzes Studium auffressen.
Die besten Optionen
Werkstudentenjobs: Der Jackpot! Du sammelst Berufserfahrung in deinem Fachbereich und verdienst meistens besser als in anderen Studentenjobs.
Nachhilfe geben: Flexibel und gut bezahlt (15 bis 25 Euro pro Stunde). Perfekt, wenn du in Mathe, Englisch oder Deutsch fit bist.
Gastronomie/Einzelhandel: Schnell verfügbar, aber oft Wochenend- und Abendschichten.
Promotionjobs: Gut bezahlt, kurzfristig, flexibel – ideal für zwischendurch.
Was du wissen solltest
Als Student darfst du bis zu 538 Euro im Monat (ab 2024) in einem Minijob steuerfrei verdienen. Bei Werkstudentenjobs zahlst du keine Kranken- und Arbeitslosenversicherung.
Mein Tipp: Such dir einen Job mit festen Zeiten, die zu deinem Stundenplan passen. Lieber 10 Stunden pro Woche konstant als 20 Stunden, die dich völlig auslaugen.
Weitere Finanzierungsmöglichkeiten
Studienkredite (KfW): Nur im Notfall! Am Ende hast du Schulden.
Unterstützung von Familie: Ein offenes Gespräch kann Wunder wirken.
Wohngeld & Kindergeld: Kindergeld gibt's bis 25, Wohngeld unter bestimmten Bedingungen.
Regionale Förderungen: Manche Bundesländer haben eigene Programme – check dein Studentenwerk!
Clever haushalten: Spartipps für den Alltag
Nicht nur die Einnahmen zählen – auch die Ausgaben:
Mensa nutzen: Für 3 bis 5 Euro satt werden schlägt jedes Restaurant
Semesterticket: Spart Auto, Spritkosten und Parkplatzsuche
Studentenrabatte: Spotify, Software, Kino, Fitnessstudio – einfach nachfragen!
Secondhand-Bücher: Warum 80 Euro zahlen, wenn's gebraucht für 30 geht?
WG statt Single-Wohnung: Günstiger und geselliger
Haushaltsbuch-App: Finanzguru oder MoneyControl helfen beim Überblick
Kombination ist der Schlüssel
In der Realität nutzen die wenigsten nur eine Finanzierungsquelle. Beispiele:
Julia, BWL: 450 € BAföG + 400 € Barjob = 850 € monatlich
Tobias, Informatik: 300 € Stipendium + 800 € Werkstudent = 1.100 € monatlich
Lena, Lehramt: 300 € Eltern + 250 € Wohnheim + 200 € Nachhilfe = 750 € monatlich
Die richtige Strategie: Decke feste Kosten über sichere Quellen (BAföG, Stipendium) ab. Den Nebenjob nutzt du für Extras oder als Puffer.
Fazit: Du schaffst das!
Die Finanzierung des Studiums ist kein Hexenwerk. Fast jeder findet eine Lösung, die zu ihm passt.
Die wichtigsten Tipps:
✓ Prüfe BAföG – oft kommt mehr raus als erwartet
✓ Bewirb dich auf Stipendien – Authentizität zählt, nicht nur Noten
✓ Wähle deinen Nebenjob klug – er sollte zu deinem Studium passen
✓ Halte deine Ausgaben im Blick – cleveres Haushalten ist Gold wert
Wer diese Strategien kombiniert, kann entspannt studieren und sich auf das konzentrieren, was wirklich zählt: Lernen, Erfahrungen sammeln und den Start ins Berufsleben vorbereiten. Du packst das!
